Familie

Der ursprüngliche Kern des lateinischen Wortes familia Wortes bezeichnete nicht nur die Blutsverwandtschaft zwischen Eltern und Kinder (biologische Verwandtschaft), sondern bezeichnet die gesamte wirtschaftliche Gemeinschaft eines Hauses, bestehend aus Hausherr, Ehefrau, Kinder und Verwandte. Nach römischem Recht gehörten zum Hausstand auch die versklavten und dienenden Personen.

Eine Familie bildet zunächst den grundlegenden existenziellen Bezugsrahmen aller Menschen als Überlebens- und Fortpflanzungseinheit, die für Schutz, Versorgung, Zugehörigkeit und Orientierung sorgt. Die Mitglieder sind für einen längeren Zeitraum stark abhängig von der Gruppe, was im weiteren Lebensverlauf zu erheblichen Spannungen führen kann, da jedes Individium einen anderen karmischen Seelenplan verfolgt, um Glück und Freiheit auf seine Weise zu verwirklichen. Dieser Abnabelungs- bzw. Autonomieprozess ist für viele Menschen oft sehr schmerzhaft, sodass sie lieber in der Geborgenheit der Gruppe bleiben. Besonders ängstliche Menschen in der heutigen Zeit versuchen Sicherheit in der Familie bzw. Gruppe zu finden, eine Sicherheit, die im Notfall sehr trügerisch sein kann.

Im spirituellen Kontext wird oft von einer Seelenfamilie gesprochen, deren Mitglieder im karmischen Sinne miteinander verbunden sind. Diese Verbindung kann über mehrere Leben bestehen. Familienbeziehungen können dabei gemeinsame karmische Aufgaben und Erfahrungen beinhalten.