Ashtanga-Yoga

zählt zu einer weit verbreiteten Yogapraxis, die im 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung von Yogiraj Patanjali begründet wurde. Die acht Bestandteile dieses Yogaweges lauten: Yama, Niyama, Hatha-Yoga, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi.

1. Yama umfasst die ethischen Regeln im Umgang mit anderen Menschen: Gewaltlosigkeit und Mitgefühl gegenüber allen Lebewesen, Wahrhaftigkeit und ehrliche Kommunikation, das Nicht-Nehmen von Dingen, die einem nicht zustehen, Maßhalten sowie ein bewusster Umgang mit Energie und Begierden und schließlich das Nicht-Festhalten an Besitz oder Erwartungen.

2. Niyama umfasst persönliche Disziplinen, die das eigene Verhalten und die innere Haltung betreffen – darunter Reinheit, Zufriedenheit, Selbstdisziplin, Selbststudium und die Hingabe an das Göttliche. Sie unterstützen die geistige Entwicklung und fördern innere Klarheit und Ausgeglichenheit.

3. Hatha-Yoga umfasst Körperübungen, die Beweglichkeit, Stabilität und Körperwahrnehmung fördern. Durch die Praxis werden die Energieflüsse des grob- und feinstofflichen Körpers harmonisiert und ausgeglichen. Regelmäßiges Üben verbessert die Flexibilität von Muskeln, Gelenken und Sehnen – besonders der Wirbelsäule – und unterstützt Stoffwechsel, Durchblutung und Regeneration.

4. Pranayama bezeichnet Übungen, die sich auf die Atmung beziehen. Prana kann als eine feinstoffliche Energieform verstanden werden – eine Urenergie, die das Leben überhaupt erst möglich macht.

5. Pratyahara bedeutet „Rückzug der Sinne“ oder „Beherrschung äußerer Einflüsse“. Ziel ist es, sich nach innen zu richten und sich von äußeren Reizen nicht mehr ablenken zu lassen.

6. Dharana beschreibt den bewussten Versuch, den Geist auf ein einzelnes Objekt zu fokussieren – etwa auf den Atem, ein Mantra, ein inneres Bild oder eine Kerzenflamme. Ziel ist es, das ständige Abschweifen der Gedanken zu überwinden und den Geist zu stabilisieren.

7. Dhyana (Meditation) ist ein Zustand reiner Beobachtung. Das Ego und seine Gedanken treten in den Hintergrund. Zeit und Raum verlieren an Bedeutung, und ein Gefühl tiefer Verbundenheit wird erfahrbar.

8. Samadhi ist eine Erfahrung göttlicher Glückseligkeit – eine Wahrnehmung, die sich mit Worten nicht beschreiben lässt.