Zen

ist eine sehr alte japanische Meditationsform. Es ist keine Lehre, kein Konzept, keine Religion und keine Lebensphilosophie – beim Zen ist der Weg das Ziel. Zen bedeutet unmittelbare Erfahrung und führt zu tiefer Herzensweisheit. Die Praxis des Zazen (Sitzmeditation) und des Kinhin (Gehmeditation) bildet die Grundlage dieser Erfahrung und inneren Transformation. Die Zen-Praxis fördert geistige Klarheit sowie körperliches und seelisches Wohlbefinden. Achtsamkeit und Sensibilität helfen dabei, Stress, Erschöpfung und innere Anspannung zu harmonisieren. Gelassenheit – sowohl im Inneren als auch im Außen – tritt an die Stelle von Hektik, Angst und Unruhe. Zen öffnet den Weg zu selbstbestimmtem Handeln und einer ethischen Lebenshaltung, die dem Wohl aller dient. Der ganze Zen-Ansatz beruht auf dem Vertrauen: Alles ist bereits vollständig – nichts fehlt. Vergangenheit und Zukunft existieren nicht – nur der gegenwärtige Augenblick ist wirklich.

Zen-Schulen

Die Soto- und die Rinzai-Schule sind die Haupttraditionen des Zen-Buddhismus, die zwar dasselbe Ziel – das Erwachen (Satori) – verfolgen, aber unterschiedliche Wege nutzen. Historisch entstanden beide Schulen in China und Japan.

Soto legt den Schwerpunkt auf stilles Sitzen (Zazen) und Gehen (Kinhin), ohne ein bestimmtes Ziel oder plötzliche Erleuchtung zu erzwingen. Der Alltag und die Achtsamkeit stehen im Fokus.

Rinzai hingegen ist ein impulsiver und dynamischer Prozess, um ein intensives plötzliches Erleben transzendentaler Weisheit und Erleuchtung zu bewirken. In Rinzai-Schulen wird mit paradoxen Fragen und Rätseln gearbeitet, den sogenannten Koans. Ein sehr bekannter Koan ist die Frage: Was ist der Klang einer klatschenden Hand? Durch diese geistig-paradoxe Erschütterung soll ein plötzlicher Durchbruch zu mehr Klarheit und Wahrheit angestrebt werden.


Zen-Praxis (Soto)

Zen-Begriffe

  • Zen = Meditation

  • Zazen = Sitzmeditation

  • Kinhin = Gehmeditation

  • Zendo = Meditationsraum

  • Jikido = Leiter des Zendo

  • Sarei = Tee-Zeremonie

  • Gassho = Aneinanderlegen beider Handflächen vor der Brust

  • Gassho Teto = Verbeugung mit Gassho

  • Zafu = Sitzkissen

  • Taku = Schlagholz

Start

Gassho Teto beim Betreten des Zendo, vor dem Platz und anschließend gemeinsam zur Mitte. Hinsetzen.

Beginn: 1x Klangschale, tiefer Ton.

Sarei - Tee-Zeremonie

3x Taku (2+1) Jikido schlägt mit der flachen Hand auf den Boden und ruft "Sarei".

Teegeber klatscht 2x, steht auf, holt die Teekanne und schenkt den Tee ein.

Der Jikido sagt: "Wir nehmen die Tasse und trinken den Tee in 4 Schlucken. Respekt, Klarheit, Harmonie und Stille."

Teegeber klatscht 2x.

Zazen - Sitzmeditation(25 Minuten)

3x Taku (2+1)

Jikido sagt: "Zazen" und "Vom Klang in die Stille".

Beginn: 3x Klangschale heller Ton,

1x Klangschale tiefer Ton

Ende: 1x Klangschale, tiefer Ton, kurze Pause.

Kinhin - Gehmeditation (10 Minuten)

3x Taku (2+1)

Jikido sagt: "Kinhin"

Alle stellen sich in einer Reihe auf.

2x Taku, langsames Gehen.

2x Taku, schnelleres Gehen.

2x Taku Zurück zum Platz.

Gemeinsam Gassho Teto